SCA

Berlin

20 Fragen

  1. Empfindest du hinsichtlich deiner sexuellen Aktivitäten häufig Reue, Niedergeschlagenheit oder Schuld?
  2. Hast du den Eindruck, dass dein sexuelles Begehren und Handeln außer Kontrolle geraten? Hast du wiederholt versucht, mit bestimmten sexuellen Verhaltensweisen aufzuhören oder sie zu reduzieren, was dir aber nicht gelang?
  3. Bist du nicht in der Lage, sexuellen Annäherungen zu widerstehen oder sexuelle Angebote abzulehnen?
  4. Benutzt du Sex, um unangenehme Gefühlen wie Angst, Furcht, Ärger,Groll,Schuld usw. zu entkommen? Scheinen diese Gefühle zu verschwinden, wenn die sexuelle Besessenheit beginnt?
  5. Verwendest du extrem viel Zeit darauf, besessen an Sex zu denken oder dich in sexuelle Aktivitäten zu verstricken?
  6. Hast du deine Familie, Freundinnen und Freunde, Partnerinnen und Partner oder Beziehungen wegen des Zeitaufwandes deiner sexuellen Aktivitäten vernachlässigt?
  7. Beeinträchtigt deine Beschäftigung mit Sex deine Arbeit oder berufliche Entwicklung?
  8. Verheimlichst du dein Sexualleben, ist es eine Quelle von Scham und widerspricht deinen Werten? Belügst du andere, um deine sexuellen Aktivitäten zu verbergen?
  9. Hast du Angst vor Sex? Vermeidest du romantische und sexuelle Beziehungen mit anderen und beschränkst deine sexuellen Aktivität auf Fantasie, Selbstbefriedigung und einsame oder anonyme Aktivitäten?
  10. Bist du immer weniger in der Lage, Sex ohne Hilfsmittel wie Pornografie, Videos, „Poppers“, Internet, Drogen/Alkohol, „Toys“ und anderen zu haben?
  11. Benötigst du, um sexuell erregt zu werden, zunehmend herabwürdigende, erniedrigende oder schmerzvolle Fantasien oder Handlungen?
  12. Hat deine sexuelle Aktivität dich daran gehindert, eine nahe,liebevolle Beziehung mit einer Partnerin oder einem Partner aufzubauen? Oder hast du ein Verhaltensmuster entwickelt, dass romantische oder sexuelle Beziehungen nur so lange dauern, bis die erste Begeisterung vorbei ist?
  13. Hast du ausschließlich anonymen Sex oder One-Night-Stands? Möchtest du meistens nach dem Treffen mit deiner Sexualpartnerin oder deinem Sexualpartner so schnell wie möglich abhauen?
  14. Hast du Sex mit Menschen, mit denen du normalerweise nichts zu tun haben möchtest?
  15. Gehst du auf der Suche nach Sexualpartnern oder-partnerinnen in Clubs, Bars, Pornoläden, Saunen, Toiletten, Parks und an andere öffentliche Orte?
  16. Bist du wegen deiner sexuellen Aktivitäten schon mal verhaftet worden oder hast einen Konflikt mit dem Gesetz riskiert?
  17. Hast du jemals deine körperliche Gesundheit aufs Spiel gesetzt, indem du dich durch ungeschützte sexuelle Praktiken der Gefahr der Ansteckung durch sexuell übertragbare Krankheiten ausgesetzt hast?
  18. Haben Ausgaben für Pornos, Videos,Telefonsex,Internetsex, Stricher/Prostituierte schon mal deine Finanzen belastet?
  19. Haben Menschen, denen du vertraust, Sorge wegen deiner sexuellen Aktivitäten geäußert?
  20. Scheint das Leben für dich ohne eine romantische oder sexuelle Beziehung sinn-und hoffnungslos zu sein?

Charakteristika

  1. Als Jugendliche benutzten wir Fantasie und zwanghafte Selbstbefriedigung um Gefühle zu vermeiden. Wir setzten diese Tendenz als Erwachsene in Form von zwanghaftem Sex fort.
  2. Zwanghafter Sex wurde eine Droge, die wir benutzten, um Gefühlen wie Angst, Einsamkeit, Ärger und Selbsthass, aber auch Freude zu entkommen
  3. Wir neigten dazu, durch romantische Besessenheit bewegungsunfähig zu werden. Wir eurden abhängig von der Suche nach Sex und Liebe, mit dem Ergebnis, dass wir unser Leben vernachlässigten
  4. Wir suchten Vergessen in Fantasie und Selbstbefriedigung und verloren uns in zwanghaftem Sex. Sex wurde zur Belohnung, Bestrafung, Ablenkung und zum Zeitfresser.
  5. Wegen unseres geringen Selbstwertgefühls benutzten wir Sex, um uns bestätigt und vollständig zu fühlen.
  6. Wir versuchten, durch Sex Intensität und Aufregung in unser Leben zu bringen, aber spürten dabei eine wachsende Leere in uns.
  7. Sex wurde ein separater Teil unseres Lebens, anstatt als ein gesundes Element integriert zu sein.
  8. Wir wurden süchtig nach Menschen und waren nicht in der Lage, zwischen Sex, Liebe und Zuneigung zu unterscheiden.
  9. Wir suchten nach so etwas wie magischen Qualitäten in anderen, um uns vollständig zu fühlen. Andere Menschen wurden idealisiert und mit machtvoller Symbolik versehen, welche oft verschwand, nachdem wir Sex mit ihnen hatten
  10. Wir fühlten uns zu Menschen hingezogen, die nicht erreichbar waren oder uns abweisen oder missbrauchen würden.
  11. Wir fürchteten Beziehungen, obwohl wir sie fortwährend suchten. In Beziehungen hatten wir Angst verlassen oder abgewiesen zu werden, aber ohne fühlten wir uns leer und unvollständig.
  12. Während wir andauernd nach Intimität mit anderen suchten, stellten wir fest, dass unsere verzweifelte Bedürftigkeit wahre Intimität mit anderen unmöglich machte. Oft entwickelten wir ungesunde Abhängigkeitsbeziehungen, die meistens unerträglich wurden.
  13. Selbst wenn wir von einer Person geliebt wurden, schien diese nie genug zu sein, und wir konnten nicht aufhören, andere lustvoll zu begehren.
  14. Der Versuch, unsere Abhängigkeit zu verbergen, trieb uns mehr und mehr in die Isolation von uns selbst, von Gott und von genau den Menschen, deren Nähe wir ersehnten.

Gelassenheitsgebet

Gott, gib mir die Gelassenheit, die Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, die Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.


Absichtserklärung

Anonyme sexuell Zwanghafte (SCA) sind eine Gemeinschaft, die ihre Erfahrungen, Kraft und Hoffnung miteinander teilen, um ihr gemeinsames Problem zu lösen und anderen auf dem Weg der Genesung von sexuellen Zwängen zu helfen. Die einzige Voraussetzung für die Mitgliedschaft ist der Wunsch mit dem Ausleben eines sexuell zwanghaften Verhaltensmuster aufzuhören. Es gibt keine Beiträge oder Gebühren für die Mitgliedschaft, wir unterhalten uns selbst durch unsere eigenen Spenden. SCA ist mit keiner Sekte, Konfession, Partei, Organisation oder Institution verbunden und will sich weder an öffentlichen Debatten beteiligen, noch zu irgendwelchen Streitfragen Stellung nehmen.

An erster Stelle steht unsere Absicht, sexuell nüchtern zu bleiben und anderen beim Erreichen der sexuellen Nüchternheit zu helfen. Mitglieder sind aufgefordert, ihren eigenen sexuellen Genesungsplan zu entwickeln und sexuelle Nüchternheit für sich selbst zu definieren. Wir treffen uns nicht, um unsere gottgegebene Sexualität zu unterdrücken, sondern um eine Ausdrucksform von Sexualität zu lernen, die weder unsinnige Mengen von Zeit und Energie fordert, noch uns mit dem Gesetz in Konflikt bringt oder unsere geistige, körperliche und spirituelle Gesundheit gefährdet.


Die 12 vorgeschlagenen Schritte von SCA

  1. Wir gaben zu, dass wir dem zwanghaften Sex gegenüber machtlos sind, und unser Leben nicht mehr meistern konnten.
  2. Wir kamen zu dem Glauben, dass eine Macht, größer als wir selbst, uns unsere geistige Gesundheit wiedergeben kann.
  3. Wir fassten den Entschluss, unseren Willen und unser Leben der Sorge Gottes-wie wir Gott verstanden-anzuvertrauen.
  4. Wir machten eine gründliche und furchtlose Inventur in unserem Innern.
  5. Wir gaben Gott, uns selbst und einem anderen Menschen gegenüber unverhüllt unsere Fehler zu.
  6. Wir waren völlig bereit, all diese Charakterfehler von Gott beseitigen zu lassen.
  7. Demütig baten wir Gott, unsere Mängel von uns zu nehmen.
  8. Wir machten eine Liste aller Personen denen wir Schaden zugefügt hatten, und wurden willig ihn bei allen wieder gut zu machen.
  9. Wir machten bei diesen Menschen alles wieder gut -wo immer es möglich war- es sei denn, wir hätten dadurch sie oder andere verletzt.
  10. Wir setzten die Inventur bei uns fort, und wenn wir Unrecht hatten, gaben wir es sofort zu.
  11. Wir suchten durch Gebet und Besinnung die bewusste Verbindung zu Gott-wie wir Gott verstanden- zu vertiefen. Wir baten Gott nur, uns seinen Willen erkennbar werden zu lassen und uns die Kraft zu geben, ihn auszuführen.
  12. Nachdem wir durch diese Schritte ein spirituelles Erwachen erlebt hatten, versuchten wir, diese Botschaft an sexuell Zwanghafte weiterzugeben und unser tägliches Leben nach diesen Grundsätzen auszurichten.

Die 12 Traditionen von SCA

  1. Unser gemeinsames Wohlergehen sollte an erster Stelle stehen, die Genesung des Einzelnen beruht auf der Einigkeit in SCA.
  2. Für den Sinn und Zweck unserer Gruppe gibt es nur eine höchste Autorität- einen liebenden Gott, wie sich diese Macht in dem Gewissen unserer Gruppe zu erkennen gibt. Unsere Vertrauensleute sind nur betraute Dienerinnen und Diener, sie herrschen nicht.
  3. Die einzige Voraussetzung für die SCA-Zugehörigkeit ist der Wunsch, mit dem zwanghaften Sex aufzuhören.
  4. Jede Gruppe sollte selbstständig sein außer in Dingen, die andere Gruppen oder die Gemeinschaft von SCA als Ganzes angehen.
  5. Die Hauptaufgabe jeder Gruppe ist, unsere SCA-Botschaft an sexuell Zwanghafte weiterzugeben, die noch leiden.
  6. Eine SCA-Gruppe sollte niemals irgendein außen stehendes Unternehmen unterstützen, finanzieren oder mit dem SCA-Namen decken, damit uns nicht Geld- Besitz und Prestigeprobleme von unserem eigentlichen Zweck ablenken.
  7. Jede SCA-Gruppe sollte sich selbst erhalten und von außen kommende Unterstützung ablehnen.
  8. Die Tätigkeit bei SCA sollte immer ehrenamtlich bleiben, jedoch dürfen unsere zentralen Dienststellen Angestellte beschäftigen.
  9. SCA als solches sollte niemals organisiert werden, jedoch dürfen wir Dienstausschüsse und- komitees bilden, die denjenigen direkt verantwortlich seind, denen sie dienen.
  10. SCA nimmt niemals Stellung zu Fragen außerhalb ihrer Gemeinschaft, deshalb sollte auch der SCA-Name niemals in öffentlichen Streitfragen verwickelt werden.
  11. Unsere Beziehungen zur Öffentlichkeit stützen sich mehr auf Anziehung als auf Werbung. Deshalb sollten wir auch gegenüber Presse, Rundfunk, Film und Fernsehen stets unsere persönliche Anonymität wahren.
  12. Anonymität ist die spirituelle Grundlage aller unserer Traditionen, die uns immer daran erinnern soll, Prinzipien über Personen zu stellen.

Vier Hindernisse auf dem Weg zum Erfolg

Diskussionen über Religion

SCA steht mit keiner Sekte oder Religionsgemeinschaft in Verbindung. Es ist ein spirituelles Programm, das auf keiner Art von Religion basiert. Alle sind willkommen, unabhängig davon, ob sie irgendeiner Religionsgemeinschaft angehören oder nicht. Lasst uns unsere eigentliche Absicht nicht dadurch zunichte machen, dass wir anfangen, über bestimmte religiöse Inhalte zu diskutieren!

Klatsch und Tratsch

Wir kommen zusammen, um uns und anderen dabei zu helfen, das SCA-Programm kennen zu lernen und zu nutzen, um Freiheit von unseren sexuellen Zwängen zu erlangen. Bei solch einer gegenseitigen Unterstützung ist Klatsch und Tratsch nicht erwünscht. Wir sprechen grundsätzlich nicht über andere Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Unsere Verpflichtung zur Anonymität garantiert allen Notleidenden die Sicherheit unseres Programms. Achtloses Weitererzählen von Dingen, die wir im Meeting gehört haben, kann die Grundlage unserer gemeinsamen Arbeit zerstören. Lasst uns immer der Versuchung widerstehen, andere zu kritisieren, zu beurteilen oder uns mit ihnen zu vergleichen!

Vorherrschaft

Unsere Vertrauensleute werden nicht gewählt um zu herrschen, sondern um zu dienen. Kein SCA-Mitglied sollte Anweisungen oder Ratschläge erteilen oder annehmen, eine Autorität zu sein.Unser Programm basiert auf Vorschlägen, dem Teilen von Erfahrungen und persönlichen Einsichten, sowie dem Rotationsprinzip bei Ämtern. Alle machen Fortschritte auf ihre Weise und in ihrem Tempo. Jede Art von Management und Führung zieht mit großer Wahrscheinlichkeit verheerende Folgen für die Harmonie der Gruppe nach sich.

Sexualisierte Sprache

Im 1. Schritt des Programms gaben wir zu, dass wir unseren sexuellen Zwängen gegenüber machtlos sind. Bei SCA versuchen wir die Macht zurück zu erlangen, verantwortungsvoll wählen zu können, wann und wo wir sexuell erregt sein möchten. Deswegen kann es unseren gemeinsamen Bemühungen nicht nutzen, Ausdrücke oder Beschreibungen zu gebrauchen, die darauf abzielen, andere sexuell zu erregen. Ebenso vermeiden wir es, konkrete Orte zu benennen, an denen sexuelle Zwänge ausagiert werden. Derartige Details können die Bemühungen anderer, sich von sexuellen Zwängen zu befreien, vereiteln.


Was ist ein Genesungsplan?

Es ist eine Absichtserklärung darüber, was ein Mitglied von SCA sexuell tun oder unterlassen möchte. Für viele von uns ist der Genesungsplan der Kern des SCA Programms – die Selbstverpflichtung zur Genesung. Es ist ein praktisches Hilfsmittel zur schonungslosen Betrachtung unserer Zwanghaftigkeit und ein Riesenschritt aus ihr heraus.

Ein sexueller Genesungsplan ist eine geschriebene Richtlinie über jene Menschen, Orte und Dinge, die sich für uns als sexuell Zwanghafte eignen oder nicht eignen. Der Zweck dieses Planes ist es, uns auf dem Papier zu verdeutlichen, wie wir uns sexuell ausdrücken wollen. Einen klar definierten aufgeschriebenen Plan zu haben, macht uns frei dafür, uns auf eine uns persönlich angemessene Art und Weise zu verhalten.


Versprechen

Wir werden eine neue Freiheit und ein neues Glück kennenlernen

Wir wollen die Vergangenheit weder beklagen noch die Tür hinter ihr zuschlagen

Wir werden verstehen, was das Wort Gelassenheit bedeutet, und erfahren, was Frieden ist

Wie tief wir auch gesunken waren, wir werden merken, dass andere aus unseren Erfahrungen Nutzen ziehen können

Das Gefühl der Nutzlosigkeit und des Selbstmitleids wird verschwinden

Unsere Ichbezogenheit wird in den Hintergrund treten, das Interesse an unseren Mitmenschen wird wachsen

Unser Egoismus wird dahinschmelzen

Unsere Einstellung zum Leben und unsere Erwartungen werden sich ändern

Angst vor Menschen und wirtschaftlicher Ungewissheit wird schwinden

Ohne lange nachzudenken werden wir jetzt mit Situationen fertig, die uns früher umgeworfen haben

Plötzlich wird uns bewusst, dass Gott für uns das erledigt, wozu wir alleine nicht in der Lage sind

Sind das alles übertriebene Versprechen? Wir meinen nicht. Sie werden überall bei uns Wirklichkeit - manchmal schneller, manchmal langsamer. Sie werden sich immer erfüllen, wenn wir daran arbeiten

Abschlussworte

Die Meinungen die hier heute geäußert wurden, sind die individuellen Aussagen derer, die gesprochen haben. Die Dinge, die du hier gehört hast, sind im Vertrauen mitgeteilt worden, und sollen vertraulich behandelt werden. Wenn du versuchst, einfach nur aufzunehmen, was du gehört hast, wirst du ein besseres Verständnis im Umgang mit deinen eigenen Problemen gewinnen.

Im Sinne der Genesung von sexueller Zwanghaftigkeit schlagen wir vor, dass Sex zwischen Teilnehmerinnen und Teilnehmern nicht leichtfertig gehandhabt werden sollte. Von Sex zwischen Mitgliedern und neu Hinzugekommenen ist abzuraten. Redet miteinander, klärt die Dinge auf vernünftige Weise untereinander, aber lasst weder Klatsch noch Kritik entstehen, sondern Liebe, Verständnis und Gemeinschaft.